
Die Dokumentation
Von Charterverträgen zu Offshore-Konten
Am 31. Januar 2025 verurteilte das Bundesstrafgericht in Bellinzona Trafigura Beheer BV und drei Personen wegen Geschäften mit Angolas staatlichem Ölsektor. Medien identifizierten den früheren Trafigura-Manager als Mike Wainwright und den angolanischen Amtsträger als Paulo Gouveia Junior. Wainwright erhielt 32 Monate Freiheitsstrafe, davon 20 bedingt. [1][2]
Die Darstellung des Gerichts verfolgt Zahlungen zwischen 2009 und 2011: über vier Millionen Euro an Überweisungen, etwas mehr als 600.000 Dollar in bar und geringe Bewirtungs- und Hotelkosten. Ein Amtsträger ermöglichte acht Schiffscharterverträge und einen Bunkervertrag. Gelder gelangten über Vermittlergesellschaften auf das Schweizer Konto einer Offshore-Gesellschaft. Es handelt sich um erstinstanzliche, anfechtbare Feststellungen. [1]
Verhaltensregeln allein reichten nicht
Bei der Gesellschaft ging es um die Organisation. Nach Auffassung des Gerichts waren allgemeine Antikorruptionsgrundsätze nicht in ausreichende Kontrollen der Vermittler und ihrer Mittelverwendung umgesetzt worden. Es verhängte eine Busse von drei Millionen Franken und bezifferte die Ersatzforderung in seiner Mitteilung auf 145 Millionen Dollar. Diese betrifft Erträge, nicht die Höhe der Bestechungszahlungen. [1]
Einige zeitgenössische Medienberichte nannten 145,6 Millionen Dollar. Dieser Beitrag verwendet die veröffentlichte Gerichtsangabe, statt beide Beträge gleichzusetzen. Keiner der Beträge bezeichnet bereits an Angola zurückgezahltes Geld. [1][2]
Die Position des Unternehmens
In seinem Jahresrückblick vom Dezember 2025 bestätigte Trafigura die Berufung. Das Gericht habe anerkannt, dass damals eine Compliance-Funktion und Richtlinien bestanden, diese jedoch als unzureichend bewertet. Das Unternehmen betonte, das Urteil sei nicht rechtskräftig; im Berufungsverfahren gelte weiterhin die Unschuldsvermutung. [3]
Damit bleiben zwei unterschiedliche Fragen: Haben die Verurteilungen im Berufungsverfahren Bestand, und was erfordert wirksame Kontrolle von Geschäftsvermittlern? Über die erste entscheiden die Gerichte. Die zweite betrifft die praktische Verantwortung: Wer prüfte den Verbleib der Zahlungen, bevor die Verträge Erträge abwarfen?
Auf Grundlage von Berichten von: Bundesstrafgericht · SK.2023.49 · 31. Januar 2025; SWI swissinfo / Bloomberg · 31 Januar 2025; Trafigura · Jahresrückblick des CEO · 9. Dezember 2025.
Quelldokumente
03Dossier-Aktualisierungen
Bericht veröffentlicht
Abgeschlossen
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Redaktioneller Hinweis
The Ledgers Africa: Auswertung der unten datierten Gerichtsunterlagen, Unternehmenserklärungen und Medienberichte. Kein Anspruch auf eigene Vor-Ort-Recherche. Die Parteien wurden für diesen Beitrag nicht gesondert kontaktiert. Der redaktionelle Status ist vom rechtlichen Verfahrensstand zu unterscheiden.
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